Brücken - unsichtbarer Ersatz für fehlende Zähne

Muss eine Zahnlücke geschlossen werden?

Dem Erhalt Ihrer eigenen Zähne widmen wir unser ganzes Können. Wenn trotzdem einmal ein Zahn verloren geht, sollte die Lücke nicht nur aus ästhetischen Gründen unbedingt geschlossen werden. Ignoriert man eine Zahnlücke, kippen die vor und hinter der Lücke befindlichen Zähne in die Lücke hinein und verschieben sich (siehe Bild Nr. 1). Dadurch entstehen neue Lücken, die sich wiederum schwer reinigen lassen und zu Karies und Zahnfleischentzündungen (damit beginnt Parodontose) führen. Außerdem elongiert der der Lücke gegenüberliegende Zahn, d. h. er wächst weiter als seine Nachbarn aus dem Knochen und in die Lücke hinein. Früher oder später stört er dann beim Kauen und führt beim Kauen zu Ausweichbewegungen des Kiefers, die das Kiefergelenk schädigen und zu Bissverschiebungen führen können (siehe Bild Nr. 1). Weitere Informationen zum Thema Zahnlücken finden Sie hier.

Welche Therapieform für welchen Fall?

Grundsätzlich lassen sich Zahnlücken mit drei verschiedenen Therapieformen versorgen:

Die festsitzende Brücke ist eine komfortable Möglichkeit, die entstandene Lücke zu schließen. Sie empfiehlt sich besonders für den Fall, dass die Nachbarzähne bereits stark gefüllt sind und eine Überkronung gut gebrauchen können. Sind die Nachbarzähne nicht überkronungswürdig, stellt ein Implantat eine sehr empfehlenswerte Alternative dar. Fehlen bereits sehr viele Zähne, kann auch eine herausnehmbare Teilprothese eine empfehlenswerte Therapieform darstellen.

Was ist eine Brücke?

Eine Brücke dient der Versorgung von Zahnlücken und ist ein von den angrenzenden Zähnen getragener, festsitzender Zahnersatz (siehe Bild Nr. 2a). Sie besteht aus zwei Kronen und einem dazwischen befindlichen Brückenglied, das den fehlenden Zahn ersetzt. Auch längere Brücken sind möglich. Brücken werden fest auf den Pfeilerzähnen zementiert und lassen sich nicht wie eine Prothese herausnehmen. Sind die Nachbarzähne gesund und erfüllen die Stabilitätskriterien, werden sie als Pfeiler für die Brücke beschliffen und auf diese Weise überkront.

Wann sollte die Versorgung mit einer Brücke erfolgen?

Nach dem Verlust des Zahnes sollte die Wunde aber erst einmal in aller Ruhe für mehrere Monate verheilen, bis sich der Knochen im Bereich der ehemaligen Zahnwurzel neu gebildet hat. Sechs Monate sind ein guter Richtwert. Bitte warten Sie aber nicht zu lange. Sonst wächst Ihnen wie oben beschrieben der der Zahnlücke gegenüber liegende Zahn zu weit aus dem Kiefer (siehe Bild 1), und die die Lücke vorn und hinten begrenzenden Zähne kippen so stark in die Zahnlücke, dass sich keine Brücke mehr über die Zähne schieben lässt (siehe Bild 2b).

Welche Brückenarten kommen in Frage?

Wie bei einer Krone kann die Brücke aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden. Eine genaue Erklärung und Fotos finden Sie auf unserer Kronenseite. Standard ist heute die Metalkeramikbrücke. Sie besteht aus einem Metallgerüst, das mit zahnfarbener Keramik individuell verblendet wird und zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Haltbarkeit und gute Ästhetik aus.
Im Frontzahnbereich werden wegen der unübertroffenen Ästhetik häufig vollkeramische Brücken ohne Metallgerüst eingesetzt. Die modernen Hochleistungskeramiken sind zudem von einer sehr hohen Festigkeit, so dass sich eine Vollkeramikkbrücke auch für den im Seitenzahnbereich herrschenden hohen Kaudruck eignet.

Vollkeramikbrücken haben viele Vorteile

Keramik ist ein sehr biokompatibler, d. h. körperverträglicher Werkstoff, also sehr zahnfleischfreundlich und verhindert deshalb eine Verfärbung des Zahnfleischrandes durch graue Metallränder oder Korrosion. Auch Metallallergiker sind mit der Wahl vollkeramischer Kronen, Brücken und Inlays gut bedient. Vollkeramik ist außerdem lichtdurchlässig, steht den eigenen Zähnen in ihrer natürlichen Wirkung in nichts nach und erfüllt auch höchste ästhetische Ansprüche. Weiterhin ist sie röntgentransparent, ermöglicht uns im Bedarfsfall einen "Röntgenblick" unter die Brücke, was ein großer Vorteil sein kann. Vollkeramikbrücken lösen auch - deutlich seltener als metallhaltige Brücken - Heiß-Kalt-Überempfindlichkeiten an den darunter befindlichen Zähnen aus. Weitere Informationen zu metallfreien, vollkeramischen Versorgungen finden Sie hier.

Welche Therapieform wir Ihnen empfehlen, hängt von Ihrem individuellen Fall ab. Bitte nehmen Sie unsere ausführliche Patientenberatung in Anspruch.

Bild 1: Wird eine Zahnlücke nicht geschlossen, elongiert der obere, der Lücke gegenüberliegende Zahn, d. h. er wächst nach unten. Die Zähne vor und hinter der Lücke kippen in die Lücke und bilden kaum zu reinigende Bereiche aus, in denen Karies und Parodontose entstehen.
Bild 2a: Die Brücke, mit der die Lücke geschlossen wird, wird fest auf die präparierten Zähne zementiert.
Bild 2b: Hier wurde die Lücke zu lange belassen. Die Pfeilerzähne sind bereits deutlich in die Zahnlücke gekippt, eine Versorgung mit einer Brücke ist nicht mehr möglich. Lediglich kieferorthopädisch lassen sich stark gekippte Zähne wieder aufrichten.

Broschüre über metallfreie, vollkeramische Restaurationen
(PDF 0,26 MB)

Dr. Thorsten Schimmel & Team - Spezialisierter und zertifizierter Zahnarzt für Ästhetische Zahnmedizin, Implantologie und Parodontosebehandlung in Schleswig - Holstein