Amalgam - nicht alle Alternativen sind tauglich

Kunststoff kann eine schlechte Wahl sein

Amalgam hat aufgrund seiner Zusammensetzung aus mehr als 50% des giftigen Schwermetalls Quecksilber schon seit Jahren keinen guten Ruf mehr. Immer mehr Patienten lassen sich ihre Amalgamfüllungen entfernen, um sie durch schönere, weiße bzw. zahnfarbene Füllungen ersetzen zu lassen. Doch Kunststoffe oder Komposite, wie wir Zahnärzte sie nennen, sind nicht in allen Fällen eine gute Wahl.

1. Flüssigkeits- und Farbstoffaufnahme

Kunststoff neigt in feuchten Milieus wie der Mundhöhle dazu, Flüssigkeit aufzunehmen und aufzuquellen. Dabei wächst das Material über den Rand des umgebenden Zahnes hinaus, und Plaque lagert sich regelmäßig an der entstehenden Füllungskante an. Als Folge droht Karies. Weiterhin zeigt es nach wenigen Jahren bereits Verfärbungen durch Farbstoffe aus Nahrungs- und Genussmitteln (z. B. Tee, Kaffee, Rotwein, Mohrrüben, Zigaretten), die sich in der Kunststoffoberfläche einlagern und die Füllung dunkel erscheinen lassen. Ein regelmäßiges Auswechseln der Füllung ist häufig notwendig.

2. Randspalten durch Kaubelastung und Materialschrumpfung

In den Frontzähnen ist die Wahl des richtigen Füllungsmaterials nicht schwer. Hier tritt keine große Kaubelastung auf und Komposit ist eine sehr gute Wahl, die auch ästhetisch überzeugt. In den Kauflächen der Seitenzähne ist Kunststoff als Füllungsmaterial differenzierter zu betrachten. Hier treten große Kaukräfte auf, denen große Kunststofffüllungen auf Dauer nicht gewachsen sind. Der Verbund zwischen Zahn und Kunststoff ist in diesen Fällen die Schwachstelle, und große Kunststofffüllungen zeigen bereits nach kurzer Zeit Randspalten, durch die Kariesbakterien eindringen und ihr zerstörerisches Werk unter der Füllung erneut beginnen können.
Weiterhin zeigt Komposit bereits beim Härten der Füllung eine Materialschrumpfung, deren Ausmaß von der Füllungsgröße abhängt, und zum sofortigen

Auftreten von Randspalten führt. Große Kompositfüllungen weisen also auch einen großen Randspalt auf. Dieser ist für das Auge zwar erst dann sichtbar, wenn sich Farbstoffe in dem Spalt angesammelt haben und die Füllung einen dunklen Rand bekommt, für die Bakterien ist der Spalt aber von Anfang an groß genug, um zwischen Zahn und die Füllung einzudringen und eine Karies unter der Füllung zu verursachen.

3. Allergiegefahr

Ein letzter und ganz und gar nicht unwichtiger Aspekt: Allergologen erwarten aufgrund der heute hohen Anzahl gelegter Kunststofffüllungen deutlich mehr Allergien gegen Kunststoffe, als wir sie gegen Amalgam jemals hatten.

Wir raten deshalb ab

Wünschen Sie sich Füllungen, die von Anfang an einen Randspalt aufweisen? Wir raten aus den o. a. Gründen von großen Füllungen aus Komposit in den Kauflächen der Seitenzähne ab. Wer hier ästhetisch perfekt restaurierte Zähne sein Eigen nennen will, dem raten wir zu Füllungen aus Keramik. Die sind zwar teurer, warten aber auch mit vielen Vorteilen auf. Das Material ist extrem gut biokompatibel, d. h. körperverträglich, und stellt wenn es perfekt ausgeführt wird, eine praktisch unsichtbare Restaurationsform dar, an der Sie lange Ihre Freude haben werden. Ihre Zähne sehen damit aus, als hätten sie nie etwas gehabt. Fotos einer Restauration mit Keramikinlays aus unserer Praxis finden Sie hier.

Für eine persönliche Beratung in Ihrem individuellen Fall geben wir Ihnen gern einen Termin.

Seitenzahnfüllungen aus Kunststoff sollten eine gewisse Größe nicht überschreiten, sonst halten sie dem auftretendem Kaudruck auf Dauer nicht stand.
Broschüre zum Thema Zahnfüllungen - Werkstoffe, Vor- und Nachteile und Haltbarkeit (PDF, 56 kB).
Keramikfüllungen sind in Sachen Ästhetik, Biokompatibilität und Haltbarkeit die erste Wahl.
Dr. Thorsten Schimmel & Team - Spezialisierter und zertifizierter Zahnarzt für Ästhetische Zahnmedizin, Implantologie und Parodontosebehandlung in Schleswig - Holstein