Lippenherpes - so verhalten Sie sich richtig

90% der Bevölkerung tragen das Virus in sich

Lippenherpes ist wie die Grippe eine Viruserkrankung, und seine Ursache ist das Herpes-simplex-Virus 1 (HSV1). 90 % der deutschen Bevölkerung tragen es in sich, aber nur bei etwa 20 % der Infizierten wird es immer wieder aktiv. Dauer und Schweregrad des Verlaufs der Herpeserkrankung sind individuell sehr unterschiedlich. Zu den häufigsten Auslösern eines Lippenherpes zählen alle Umstände, die unser Immunsystem schwächen. Die Erstinfektion, die als Tröpfchen- oder Schmierinfektion häufig vor dem 6. Lebensjahr erfolgt, verläuft meist unbemerkt. Sie kann durch jede Art von Berührung mit den Herpesbläschen einer anderen Person stattfinden, z. B. durch Körperkontakt mit einem Elternteil, durch Küssen, Niesen oder durch Berühren eines Gegenstandes, den ein Herpesträger zuvor benutzt hat.
Nach der Infektion wandern die Viren vom Ort der Übertragung entlang der Nervenbahnen zu den Ganglien (Nervenknoten) der Gesichtsnerven und nisten sich dort ein. Zur Entwicklung schmerzhafter Bläschen an den Lippen kommt es oft erst Jahre später. Manche Virusträger entwickeln ihr ganzes Leben über keine Krankheitssymptome. Nur bei rund 20 % der Bevölkerung kommt Lippenherpes regelmäßig zum Ausbruch. Erst 1893 erkannte man, dass die Bläschen übertragbar sind.

So verläuft die Erkrankung

Wenn das Herpesvirus nicht mehr vom Immunsystem unter Kontrolle gehalten werden kann, gelangt es entlang der Gesichtsnerven in die Hautzellen im Mundbereich. Dort dockt es an die Oberfläche einer gesunden Hautzelle an und dringt in diese ein. Im Innern der Zelle programmiert das Virus die Erbinformation der Hautzelle um und zwingt sie dazu, neue Viren zu produzieren. In kürzester Zeit vermehren sich die Herpesviren explosionsartig. Auf diese Weise können die Viren lokale Schädigungen verursachen, wie die für Herpes typischen Bläschen. Ohne Medikament sind die lästigen Symptome der Krankheit jetzt nicht mehr aufzuhalten. Die Dauer der Erkrankung liegt dann zwischen 10 und 14 Tagen.

Ein typischer Schub von Lippenherpes verläuft in fünf charakteristischen Phasen.

Phase 1: Das Kribbeln

Der Herpesausbruch kündigt sich bei vielen Betroffenen an den betreffenden Hautstellen bereits Stunden vor der eigentlichen Bläschenbildung durch typische Warnsignale an. Bei einem Teil der Patienten fehlt diese Phase der Herpeserkrankung allerdings völlig.

Das Frühstadium einer Lippenherpes-Attacke reicht in der Regel von ein paar Stunden bis zu einem Tag. Der Lippenherpes ist jetzt zwar „unsichtbar“, dafür aber deutlich spürbar: Viele Patienten bemerken ein Kribbeln, Jucken, Brennen oder Spannen im Lippenbereich, oder eine Rötung der Haut, verursacht durch die rasche Vermehrung der Viren. Bei rechtzeitiger Anwendung eines antiviralen Mittels, wie z.B. Zovirax® lassen sich häufig die sichtbaren Symptome des Lippenherpes verhindern.

Phase 2: Die Bläschen

In der zweiten Phase wird der Lippenherpes sichtbar. Es kommt zur Bildung von schmerzenden und mit durchsichtiger Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die Millionen von Herpesviren enthalten und den Patienten ein bis zwei Tage plagen. Die Ansteckungsgefahr ist jetzt am größten. Die Anwendung eines antiviralen Mittels wird auch jetzt noch dringend empfohlen, um die Krankheitsdauer und –schwere entscheidend zu reduzieren.

Phase 3: Die Wunde

Die Bläschen platzen leicht auf, wenn sie unvorsichtig berührt werden. Auch diese Phase kann sehr schmerzhaft sein und der psychische Leidensdruck der Patienten ist jetzt besonders groß. Ein weiteres Merkmal einer Lippenherpeswunde ist der charakteristische rote Entzündungsrand.

Phase 4: Das Verkrusten

Bei normalem Krankheitsverlauf schließen sich die Herpesbläschen nach einigen Tagen von selbst und trocknen aus. Der Heilungsprozess wird nun durch die Bildung einer Kruste eingeleitet. Die offene Wunde wird von Schorf überzogen, unter dem sich die neue Haut bildet. Leider neigt die sehr trockene und spröde Kruste dazu, aufgrund der ständigen Beanspruchung der Lippenpartie durch Reden, Lachen und Essen häufig aufzuplatzen. Schmerzhafte, blutende Risse sind die Folge, die allerdings keine Ansteckungsgefahr

Tipps bei einem Lippenherpes Ausbruch

  • Waschen Sie sich vor und nach dem Auftragen der Lippenherpescreme gründlich Ihre Hände und benutzen Sie zum Auftragen am besten ein sauberes Wattestäbchen.
  • Teilen Sie vorsichtshalber keine Handtücher, Servietten, Zahnbürsten, Besteck oder Gläser mit anderen, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden.
  • Behandeln Sie Ihren Lippenherpes mit einer Creme mit einem speziellen antiviralen Inhaltsstoff (wie z.B. Zovirax®). Denn nur so wird das Herpesvirus bekämpft und die Dauer der Infektion spürbar verkürzt.
  • Achten Sie auf Hygiene. Um die Viren nicht zu streuen und die Ausbreitung Ihres Lippenherpes auf weitere Körperteile sowie die Ansteckung anderer zu vermeiden, ist es gerade bei einer Herpesinfektion wichtig, auf Hygiene zu achten. Aus diesem Grund:
  • Setzen Sie Ihre Kontaktlinsen während eines Herpesschubes nicht mit Speichel ein. Vermeiden Sie so, dass Herpesviren in die Augen gelangen und im schlimmsten Fall zu bleibenden Schäden an der Hornhaut führen. Am besten, Sie tragen während dieser Zeit eine Brille.
  • Kauen Sie nicht an den Fingernägeln, damit die Herpesviren nicht mit den Fingern verteilt werden können.
  • Vermeiden Sie direkten Hautkontakt. Dazu gehört auch das Küssen - insbesondere von Kleinkindern und Neugeborenen.
  • Auf sexuelle Intimitäten mit dem Partner (Oralsex) sollten Sie in dieser Zeit verzichten, damit die Herpesviren aus den Lippenbläschen nicht auf den Genitalbereich übertragen werden können.
  • Vermeiden Sie Sportarten mit intensivem Hautkontakt (Ringen, Rugby, etc.).
  • Während der Schwangerschaft sollte strikt darauf geachtet werden, dass die Herpesviren nicht auf den Genitalbereich übertragen werden.
Bitte nicht kratzen!
  • Herpesbläschen nicht aufkratzen oder den Schorf entfernen, es drohen weitere Infektionen und Narbenbildung.
Tipps für den Urlaub
  • Herpes kommt häufig im Urlaub zum Ausbruch. Meist wird das Immunsystem schon vorher durch hektische Urlaubsvorbereitungen belastet und geschwächt. Die ungewohnte Umgebung, die starke Sonneneinstrahlung und viele andere Auslöser können dann für das unerwünschte „Urlaubskribbeln“ auf den Lippen sorgen. Reisen Sie deshalb mit einer Lippenherpescreme in Ihrer Reisetasche.
Tipps für den Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern
  • Im Säuglingsalter ist eine Herpesinfektion besonders schlimm, da die Abwehrkräfte des Neugeborenen sich noch im Aufbau befinden. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr einer Hirnhautentzündung, die tödlich verlaufen kann. Ein Kontakt des Säuglings mit dem Virus sollte deshalb unbedingt vermieden werden.
  • Vermeiden Sie direkten Hautkontakt, also z.B. Küssen, insbesondere von Kleinkindern und Neugeborenen. Stillen ist bei Beachtung der Hygienemaßnahmen immer möglich.
  • Berühren Sie beim Windeln wechseln und Baden nicht zuerst Ihre eigene infizierte Hautpartie und dann das Kind.
  • Lecken Sie keine Schnuller ab.
  • Bitte suchen Sie bei den ersten Anzeichen einer Infektion Ihres Kindes den Arzt auf. Sollten Sie Anzeichen einer beginnenden Lippenherpesattacke bemerken, sind dabei aber unsicher über die genaue Diagnose, möchten wir Sie dringend bitten, einen Arzt aufzusuchen – gerade im Interesse der Gesundheit Ihres Kindes!
Phase 2 - das Bläschenstadium: Schmerzhafte Bläschen mit Millionen hoch infektiöser Viren bilden sich. Jetzt ist Vorsicht angebracht, denn es herrscht hohe Ansteckungsgefahr!
Phase 4 - das Verkrusten: Die Herpesbläschen sind geschlossen und trocknen aus. Der Heilungsprozess wird durch die Bildung einer Kruste eingeleitet. Jetzt den Schorf nicht abkratzen, sonst entstehen Narben.

mehr darstellen. Es empfiehlt sich, die betroffenen Stellen mit speziellen Lippenpflegeprodukten (z. B. Bepanthen® Wund- und Heilsalbe) einzufetten und so weich und geschmeidig zu halten.

Phase 5: Die Heilung

Unbehandelt ist der Lippenherpes meist nach spätestens 14 Tagen abgeheilt. Die betroffenen Hautpartien sind nach dem Abfallen des Schorfs für ein bis zwei Tage noch leicht rosa und empfindlich.


In einigen Fällen kann es zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen kommen, wenn

  • das Virus auf die Augen oder die Genitalien übertragen wird
  • sonstige Körperteile, insbesondere die Hände, in Mitleidenschaft gezogen werden
  • bei der Erstinfektion im Säuglingsalter Krankheitssymptome auftreten

In diesen Fällen bitten wir Sie dringend, einen Arzt aufzusuchen.

Tipps um selten Lippenherpes zu bekommen

Die auslösenden Faktoren von Lippenherpes sind bei jedem Menschen anders. Daher ist es wichtig, dass Sie eine Sensibilität für Ihre ersten Anzeichen von Herpes entwickeln und die Auslöser – soweit möglich – vermeiden. Lippenherpes kommt immer dann, wenn das Immunsystem angeschlagen ist. Stärken Sie daher Ihre körpereigenen Abwehrkräfte und achten Sie auf:

  • eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung
  • maßvolle sportliche Betätigung
  • ausreichend Schlaf
  • viel Bewegung an der frischen Luft
  • schützen Sie sich gerade in der kalten Jahreszeit durch warme Kleidung vor Erkältung
  • versuchen Sie Stress zu vermeiden
  • Achten Sie auf die Pflege der von Natur aus besonders empfindlichen Lippen. Das heißt: Benutzen Sie zur täglichen Pflege am besten einen Lippenpflegestift. Vermeiden Sie intensive Sonneneinstrahlung oder verwenden Sie einen Lippenpflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor.
  • Lassen Sie es nach einem Klimawechsel erst einmal ruhig angehen, damit Ihr Körper Zeit hat, sich zu akklimatisieren.
  • Haben Sie Ihre Lippenherpescreme immer dabei (z.B. in der Handtasche oder dem Handschuhfach Ihres Autos) und tragen Sie sie bereits bei Auftreten der ersten Warnsignale wie Spannen, Kribbeln, Jucken oder Brennen auf. So kann die Ausbreitung oder Vermehrung der lästigen, schmerzenden Bläschen oftmals verhindert werden.
Download der Zovirax® Lippenherpes Broschüre, (PDF, 222 kB)
Dr. Thorsten Schimmel & Team - Spezialisierter und zertifizierter Zahnarzt für Ästhetische Zahnmedizin, Implantologie und Parodontosebehandlung in Schleswig - Holstein