Die Zahnlücke - warum sie geschlossen werden muss

Hohes Schadenpotential durch Zahnlücken

Mit einer Zahnlücke gehen viele Patienten erst dann zum Zahnarzt, wenn sie beim Blick in den Spiegel feststellen, dass sie durch den fehlenden Zahn unvorteilhaft und älter wirken. Aber auch eine Lücke, die man nicht gleich sehen kann, muss in der Regel geschlossen werden, denn sie ist - ganz besonders im Seitenzahnbereich - eine ernste Gefahr für die übrigen Zähne. Ignoriert man eine Zahnlücke, kippen die vor und hinter der Lücke befindlichen Zähne in die Lücke hinein und verschieben sich (siehe Bilder Nr. 1 und 2). Dadurch entstehen neue Lücken, die sich wiederum schwer reinigen lassen und zu Karies und Zahnfleischentzündungen (damit beginnt eine Parodontose) führen. Den Zähnen im Gegenkiefer fehlt auf Dauer der Gegenbiss. Sie elongieren, d. h. sie werden länger, weil sie mehr und mehr in den freigewordenen Raum hineinwachsen (siehe Bild Nr. 1). Das kann sogar zu ihrem Verlust führen. Diese Veränderungen führen dazu, dass die unmittelbar mit der Lücke im Zusammenhang stehenden Zähne falsch belastet werden und die funktionelle Einheit aller Zähne beeinträchtigt wird. Dieses kann im gesamten Kauorgan zu Störungen führen, die Schmerzen in den Kiefergelenken und der Gesichts-, Kopf- und Hals- sowie Rückenmuskulatur zur Folge haben können. Weil der Kieferknochen im Bereich des fehlenden Zahnes keine Belastung durch Kaukräfte mehr abbekommt, fällt er ein und bildet er sich im Laufe weniger Jahre stark zurück.

Eine Zahnlücke verursacht die nächste

An den Zähnen, die aufgrund der benachbarten Zahnlücke gekippt sind, entstehen unzugängliche Ecken und Nischen, die die Ansammlung von Zahnbelag (Plaque) begünstigen und die Zahnpflege in diesen Schlupfwinkeln erschweren. Dadurch wird nicht nur die Entstehung von Karies gefördert, sondern im Zusammenwirken mit der falschen Belastung der Zähne auch die Entstehung von Zahnfleischerkrankungen wie z. B. Parodontose. Das sind die Erkrankungen, denen bekanntlich die meisten Zähne ab dem 35. Lebensjahr zum Opfer fallen.

Welche Therapieform für welchen Fall?

Grundsätzlich lassen sich Zahnlücken mit drei verschiedenen Therapieformen versorgen:

Die festsitzende Brücke ist eine komfortable Möglichkeit, die entstandene Lücke zu schließen. Sie empfiehlt sich besonders für den Fall, dass die Nachbarzähne bereits stark gefüllt sind und eine Überkronung gut gebrauchen können. Sind die Nachbarzähne nicht überkronungswürdig, stellt ein Implantat eine sehr empfehlenswerte Alternative dar, die ohne ein Beschleifen der Nachbarzähne auskommt. Im Bereich des fehlenden Zahnes sorgen Implantate dafür, dass der Kieferknochen durch die auftretenden Kaukräfte belastet, und damit dauerhaft erhalten bleibt. Fehlen bereits sehr viele Zähne, kann auch eine herausnehmbare Teilprothese eine empfehlenswerte Therapieform darstellen.

Zahnlücken früh versorgen!

Um größere Schäden zu vermeiden, muss eine Zahnlücke nach einer, von der geplanten Versorgung abhängigen Ausheilzeit versorgt werden. Wer so lange wartet bis die Nachbarzähne der Zahnlücke deutlich gekippt sind, nimmt uns die Möglichkeit eine Brücke auf die gekippt stehenden Zähne zu setzen (siehe Bild Nr. 2b).

Abgesehen von Einzelfällen, in denen es aus zahnmedizinischen Gründen nicht sinnvoll ist, sollte eine Zahnlücke derart geschlossen werden, dass die Funktionseinheit der Zähne nicht mehr gestört und das Aussehen und die Sprachfunktion des Patienten wieder hergestellt werden. Größere oder mehrere kleine Lücken machen die Behandlung aufwändiger. Gerade in diesen Fällen müssen wir die Erhaltungswürdigkeit der noch vorhandenen Zähne überprüfen und eventuell auch gesunde Zähne in die Versorgung mit einbeziehen. Nach einer gründlichen Untersuchung der individuellen Gegebenheiten in Ihrem Mund erzählen wir Ihnen im Rahmen eines ausführlichen Beratungsgesprächs gern, mit welcher der möglichen Therapieformen Ihre Lücke versorgt werden sollte.

Bild 1: Wird eine Zahnlücke nicht geschlossen, elongiert der obere, der Lücke gegenüberliegende Zahn, d. h. er wächst nach unten. Die Zähne vor und hinter der Lücke kippen in die Lücke und bilden kaum zu reinigende Bereiche aus, in denen Karies und Parodontose entstehen.
Bild 2a: Die Brücke, mit der die Lücke geschlossen wird, wird fest auf die präparierten Zähne zementiert.
Bild 2b: Hier wurde die Lücke zu lange belassen. Die Pfeilerzähne sind bereits deutlich in die Zahnlücke gekippt, eine Versorgung mit einer Brücke ist nicht mehr möglich. Lediglich kieferorthopädisch lassen sich stark gekippte Zähne wieder aufrichten.
Dr. Thorsten Schimmel & Team - Spezialisierte und zertifizierte Zahnärzte für Ästhetische Zahnmedizin, Implantologie und Parodontosebehandlung in Schleswig - Holstein